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Bergsport

Jul 7, 2011   //   by Niki Huwyler   //   Allgemein, Bergsport, Bergsteigen, Blog, Klettern, on the top  //  5 Kommentare

Wie die meisten schon gesehen haben, ist der Bergsport mir sehr wichtig. Zeit um mal die wichtigsten Infos zusammen zustellen.

Mich reizt die Herausforderung. Meine Solo Bergtouren gehen von T4 bis T6 und Kletterstellen bis zum lll Grat.
Somit sind Wanderungen im T3 Bereich eher als Zustieg für mich.

Alleingänge, Solobesteigungen sind so eine Sache, soll man sie machen oder ist man in der Gruppe doch sicherer unterwegs?
Beim Klettern sind wir immer mindestens zu zweit. Bei Schneetouren meistens zu zweit oder dritt. Es gibt aber Situationen da bin ich alleine, weil meine Tourenpartner keine Zeit haben. Wenn ich dann in meinem Umfeld sage ich war allein unterwegs, ist grosses Staunen angesagt, ist das nicht gefährlich oder hast Du keine Angst, sind die Reaktionen.

Objektive Gefahren existieren bei jeder Solotour in genau gleichem Masse wie bei einer Tour mit einem/r Partner/in.
Diese Gefahren kann ich nicht dadurch ausschliessen, dass ich nicht allein bin. Ich stürze auch in der Seilschaft in einer Spalte, werde von einem Stein getroffen oder von einer Lawine erwischt.
Es gibt Touren, in denen Begleitung sicherheitsmässig unbedingt anzuraten ist, weil bspw. spaltenreiche Gletscher im Spiel sind oder die technischen Schwierigkeiten so hoch sind, dass man vieles sichert via Seil.

Fazit: Solotouren habe ihre Berechtigung und sind, wenn richtig geplant, nicht risikoreicher.

Viele Touren ab T4 sind nur mit gutem Schuhwerk (Wanderschuhen) zu empfehlen, da es immer wieder Situationen gibt, in denen ein Ausrutschen schwere Folgen haben kann (Absturzgefahr). Ausserdem ist es empfehlenswert die Touren nicht bei oder nach starken Regenfällen zu begehen. Beim begehen der Touren sind alpine Erfahrungen notwendig, da es bei einem Wetterumsturz meist wenig bis keine Möglichkeiten gibt sich zurückzuziehen. Man sollte immer genug zu Trinken dabei haben.

Planung:
Ich Plane meine Touren sehr gründlich. Das kann manchmal Stunden dauern, bis ich einen ungefähren Plan habe wo was und wie. Infos hole ich mir meist bei Hikr oder ich habe von Kollengen gehört das diese Tour schön ist. Planen tu ich im SwissMap oder Garmin BaseCamp bei einer 25`000 Karte. Der erstellte GPS lade ich dann auf mein Garmin 450t. Vor der Tour wird die Wetterlage nochmals genau studiert, und das Material gepackt. Natürlich schaue ich auf meine Fitness und Ernährung. Und das nicht nur unmittelbar vor der Tour.

Bergsteigen

Zum Bergwanderer wird man nicht durch Geburt, sondern durch Übung.
Was ist eine Bergwanderung? Wo hört die Wanderung auf, und wo wird die Bergwanderung zur Alpinwanderung, Bergtour, Hochtour, Klettertour?

Schuhe
Die Bergschuhe ist dein wichtigster Ausrüstungsgegenstand. Eine Torsionssteifere Sohle bietet dem Fuss mehr Führung. Das beugt Ermüdungserschei­nun­gen vor und erhöht die Tritt­sicherheit in nassen Grashängen oder matschigen Steigen. Ausserdem drücken spitze Steine oder Wurzeln nicht durch die feste, grob profilierte und griffige Sohle – dadurch ermüdet das Fussgewölbe weniger. Und der Schaft bietet noch mehr Knöchelhalt. Die typischen weichen Treckingschuhe mit Stoffeinlagen sind für Bergwanderungen nicht geeignet, und eher für das Wanderungen gedacht.
Einer der vielen Bergmythen besagt, dass man die Schuhe unterwegs nie ausziehen soll. Das Gegenteil ist wahr: Ziehe die Schuhe (und die Socken) aus, wann immer es das Wetter und die Situation erlauben. Deine Schuhe, Socken und Fusshaut können so trocknen, und du schützte dich damit selbst vor Blasen. Und wenn du dann noch barfuss im Gras oder auf dem Fels herumspazieren, regt das auch deine Blutzirkulation an. Übrigens kannst du den Schuh im Aufstieg durchaus etwas lockerer binden als im Abstieg.
Binde Tipps findest du unter: Schuhe binden – die Tricks der Profis

Bekleidung
Moderne Bergsportbekleidung ist funktionell, modisch – und leider auch teuer.
Die beste Qualität nützt dir aber nichts, wenn du das falsche Material gekauft hast. Deine Bekleidung sollte in erster Linie bequem sein; wenn die Hose zwickt oder der Kragen am ohnehin sonnengeröteten Hals kratzt, dann wird das Bergwandern unangenehm. Ich hatte schon sehr viele Materialien getestet. Und die Funktionswäsche mit dem Schichtenprinzip kommt am besten. Kräftige Farben sind übrigens neben Fototechnischer Sicht auch aus Sicherheitsgründen empfehlenswert!

Einige Hinweise zu einzelnen Kleidungsstücken:

  • Socken: Möglichst keine Nähte. Verstärkte Zehen- und Fersenpartie. Socken nach dem Waschen nicht im Tumbler trocknen, weil sie sonst leicht verfilzen. Wenn eine Socke im Schuh zu rutschen beginnt, ist es Zeit, ihn zu ersetzen.
  • Hosen: Lange Hosen aus einem rasch trocknenden Material. Mit kurzen Hosen kratzt du dich leicht die Beine auf und bilden ein attraktives Ziel für Mücken.
  • Pullover/T-Shirt: Lieber zwei dünne als einen dicken mitnehmen, Empfehle ein Langarm Sweatshirt aus Kunstfaser, und ein Windichtes SoftShell.
  • Jacke: Eine super kleine Regenjacke schützt dich vor Wind und Kälte. oder eine leicht gefütterte Regenjacke bei kälteren Tage. Im Bergsportgeschäft werden diese oft als “All Seasons”-Jacken bezeichnet. Die Kapuze sollte in die Jacke integriert sein und, wenn sie über dem Kopf zusammengezogen ist, fast nur noch Augen und Nase freilassen. Lange Pelerinen schützen zwar den ganzen Körper und den Rucksack vor Regen, aber man stolpert damit leicht.

Rucksack:
Auf einer eintägigen Bergwanderung wird du zwischen 5 und 8 Kilo, auf einer mehrtägigen sogar 10 Kilo oder mehr in deinem Rucksack transportieren. Wichtig ist, dass die Rückenlänge des Rucksacks zu der/des Trägers passt. Schwere Rucksäcke besser auf eine Erhöhung stellen und dann in die Schultergurte schlüpfen.

  1. Auf dem Rücken schliesst man zunächst den Hüftgurt. Dieser muss mit seinem gepolsterten Teil mittig auf den Hüftknochen sitzen, nicht darüber, wo er den Bauch einschnüren könnte.
  2. Jetzt werden die Schulterträger festgezogen. Die Haubtlast liegt aber auch dem Hüftgurt (ca. 60%), daher nicht zu fest ziehen. Der gepolsterte Teil der Schulterträger sollte vor der Achsel enden, der Trägersatz nicht zu hoch, damit er nicht am Hals scheuert. Die Lageverstellriemen liegen im Bereich des Schlüsselbeins.
  3. Hat der Hüftgurt noch separate Stabilisierungsriemen werden diese jetzt festgezogen.
  4. Für einen besseren Kontakt zum Rücken werden dann die Lageverstellriemen an den Schulterträgern festgezogen.
  5. Zuletzt den Brustgurt schliessen, da so der Sitz der Schulterträger optimiert wird. Das entlastet zudem die Schultergelenke beim Wandern und Klettern

Weitere Ausrüstungsgegenstände:
Teleskopstöcke zum runterlaufen. Stocke nur benutzen wenn notwendig. Das Gleichgewicht nimmt sonst sehr stark ab bei zu vielem Gebrauch von Stöcken.
Eventuell Gamaschen und Steigeisen je nach Gelände. 2 Lange Bandschlingen mit Karabiner für den Notfall
Einige Ausrüstungsgegenstände gehören auf jede Bergtour mit: Sonnenschutz, Sonnenbrille, Apotheke mit starkem Schmerzmittel und Verbandsmittel, Rettungsdecke, Stirnlampe, Geld, Alpin Pickel für heikle Stellen der auch im steilen Gras gut einsetzbar ist. Trillerpfeife für den Notfall, Mobiltelefon. Auch wenn beim Bergwandern kein Seil benötigt wird, immer eins dabei haben – ein etwa 10 bis 20 Meter langes, 6-8mm dünnes Bergseil. Denn die Situation, in dem du oder Dritte es brauchen werden, kommt bestimmt. Sei es, weil jemandem beim Abstieg über eine Geländestufe schlecht wird, sei es, weil ein Stück Weg abgerutscht ist, oder sei es, weil die Drahtseilsicherung an einer ausgesetzten Stelle herausgebrochen ist.

Mit Respekt in die Berge!
Die Bergwelt ist zum einen unberührte Natur und zum andern ein landwirtschaftlicher Lebensraum, insgesamt ein sehr empfindliches Ökosystem. Der einzelne Bergwanderer ist zwar üblicherweise kein Problem, aber die Summe aller Bergwanderer bringt diesen Lebensraum leicht aus dem Gleichgewicht. Als vernünftiger Mensch haltest du dich an den Grundsatz “Leave nothing than footprints, take nothing than pictures“; Du pflücken natürlich keine seltenen Blumen und lässt keinen Abfall liegen. Gerade die Raucher unter euch. Filter wieder mitnehmen, ansonsten verschmutzt das 22Liter Wasser unwiderruflich! Mehr unter: Mit Respekt in die Berge!

Nahrung / Trinken:
Immer genug Trinken! Vor der Tour genug Kohlenhydrate und Magnesium zu sich nehmen. Rechne nicht mit Brunnen oder Gasthäuser. Isononisches Getränk löschen den Durst sehr gut, und füllen den Natrium, Kalium, Calcium, Magnesium und Chloride gehalt auf. Wasser oder Apfelschorle geht natürlich auch. Kohlensäurehaltige Süssgetränke, Ovomaltine, Milch oder alkoholische Getränke eignen sich nicht als Marschgetränk. Bei heissen Tage auch salzhaltige Nahrung mitführen. Nur mitnehmen was auch bekannt und gerne verzehrt wird! Energieriegen sind kompakt, leicht und gut verdaulich. Vom Trinken aus Bächen ist eher abzuraten; im Weidegebiet sind Bäche fast immer vom Vieh verschmutzt, und auch weiter oben verträgt unser Körper die Sand- und Staubrückstände im Schmelzwasser meist nur schlecht. Immer auch Tabletten mitführen

Sicherheit:
Unser Körper ist für die Bewegung im ebenen Gelände gebaut. Steiles oder ausgesetztes Gelände ist nicht nur für unseren Körper schwieriger, es belastet auch psychisch und kann Sturzängste verursachen. Ausgesetzte Grate sind oft ein psychisches Problem, weil es auf beiden Seiten weit hinuntergeht. Denk daran, dass du als Kind problemlos auf schmalen Randsteinen balanciert hast; warum soll ein Gratweg schwieriger sein? Gehe konzentriert, aber nicht hastig. Wenn es gar nicht geht, dann kriech auf allen Vieren (es gibt am Berg keine Stilnoten).

Gute Erklärung der zwei zu differenzierenden Symptome Höhenschwindel und Höhenangst, sowie Wege zum alltäglichen Umgang damit:

Hier ein Artikel aus der SAC Zeitschrift “Die Alpen” zum selben Thema:
http://alpen.sac-cas.ch/de/archiv/2008/200806/ad_2008_06_05.pdf

Ob in den Alpen oder in den Weiten des Nordens: Nicht überall ziehen Wege durch die Landschaft
Weglos wandern: So gehts

Berge sind schön, aber gefährlich

Körperliche Grenzzustände
Die ungewohnte Umgebung, verbunden mit der erhöhten Anstrengung, kann den Körper in Grenzzustände bringen, in denen die Unfallgefahr deutlich zunimmt. Die Konsequenz: Pausen einschalten. In der Pause erholt sich nicht nur dein Körper; auch deine Konzentrationsfähigkeit ist danach wieder besser.

Angst kann selbst der routinierte Bergwanderer überfallen, und kann selbst an einfachen Stellen auftreten. Angst ist ein schlechter Ratgeber; handele deshalb nicht aus der Angst heraus, und bekämpfe Sie nicht blind. Ruhe dich aus und entscheide zehn Minuten später, ob du weitergehst oder umkehren wirst.

Überhitzung macht dich müde, führt zu Übelkeit oder gar Ohnmacht. Meistens kommt es zur Überhitzung, wenn man zuviel Sonne bekommen hat; trage deshalb eine Mütze, und vermeide schulterfreie Kleidung (sie ist nur scheinbar “leichter”). Überhitzung entsteht aber auch als Folge von zu dicker oder schlechten Kleidung! In beiden Fällen such dir eine schattige Stelle, machen Pause und trinken genügend. Falls ein Bach oder ein Viehbrunnen in der Nähe ist, kühle deine Arme und Kopf mit dem Wasser ab.

Zusammenfassung

Bergwandern ist die leichteste Sportart, die du betreiben kannst, denn die Technik selbst, das Gehen und Steigen, ist geradezu banal. Bei vernünftiger Vorbereitung und besonnenem Handeln ist das Bergwandern, insbesondere auf markierten Routen, ungefährlich, und wird dir nicht nur die Erfahrung der eigenen Leistungsfähigkeit vermitteln, sondern auch nachhaltige Erlebnisse. Das, was du erlebst, hast du dir mit eigener Anstrengung verdient. Es ist erst diese Anstrengung, welche Erlebnisse schafft – ein Steinbock im Zoo ist nichts als ein Zootier, ein Steinbock im Gebirge hingegen wird zum Erlebnis. Mit dem Helikopter oder der Seilbahn auf dem Gipfel anzukommen ist banal, ihn aber selber, nach Stunden des Schnaufens und Schwitzens, erreicht zu haben, macht uns stolz und gibt uns ein tiefes Gefühl der Befriedigung – der Weg ist das Ziel.

Wenn ihr denkt das wäre Wahnsinn. Dann muss ich sagen dass das was wir täglich erleben mit folgestopften Zügen und Strassen. Menschen die sich nur um sich selber kümmern, und um den Profit. Das ist Wahnsinn pur.
Bergsport ist wie im Business: Schnelle Entscheidungen treffen, mit einem gewissen gesundem Grundrisiko. Sich auf seine Partner 100%ig zu verlassen. Spass am neuem, und keine Angst zum scheitern oder umkehren.
Und… Nur ein gut funktionierender Körper ist auch in der Lage Leistung zu bringen.
Als ich nach einer Tour auf meinen Zug wartete. Kam ein junger Man vorbei, und fragte mich: “häschmer än stutz“. Da merkte ich, ich bin wieder im Wahnsinn pur :-)

Ich möchte meine Passion weiterzugeben. Ob in der Vertikale, Snowboard oder bei Bergtouren. Falls ihr also mal Lust habt was zu erleben, und das nicht nur beim Hallenklettern ;-)

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